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ProSiebenSat.1 Marketperformer


21.11.2002
Stadtsparkasse Köln

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie von ProSiebenSat.1 Media (WKN 777117, VZ) mit Marketperformer ein.

Die Insolvenzverwalter der insolventen Muttergesellschaft der ProSiebenSat.1 Media AG, KirchMedia, würden exklusive Verhandlungen mit einem Bieterkonsortium um den Bauer-Verlag über den Verkauf des Kerngeschäftes und damit auch der 52,5%igen Mehrheit an der Senderfamilie ProSiebenSat.1 führen.

Ein Preis sei nicht genannt worden, werde vom Markt jedoch auf 1,8 bis 2 Mrd. Euro geschätzt. Ein Übernahmeangebot sei im Falle des Zustandekommens des Verkaufs verpflichtend gewesen. Da aber ein Delisting der Aktie unwahrscheinlich erscheine, sei auch die Hoffnung auf ein hohes Übernahmeangebot eher begrenzt. Die Gespräche sollten bis Mitte Dezember abgeschlossen sein.

ProSiebenSat.1 bewerbe sich für die Senderechte an der Formel 1, die kürzlich für die Jahre 2004 bis 2008 neu ausgeschrieben worden seien. Das Angebot liege bei 400 Mio. Euro. Mit der Formel 1 wolle ProSieben ihr schwächelndes Familien- und Sportprogramm bei Sat.1 auffrischen. Die ProSiebenSat.1-Gruppe leide weiterhin unter den rückläufigen Ausgaben im TV-Werbemarkt.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres sei ein Vorsteuerergebnis von -28,3 Mio. Euro verzeichnet worden, nachdem zum 1. Halbjahr noch ein positives Ergebnis von 25 Mio. Euro habe erzielt werden können; im Vorjahr sei es ein Gewinn von 34,6 Mio. Euro gewesen. Der größte Verlustbringer sei der Sender Sat.1 mit -115,6 Mio. Euro gewesen, während ProSieben mit 135,9 Mio. Euro einen positiven Beitrag habe erbringen können. Bei Kabel 1 habe sich das Ergebnis auf -1,0 Mio. Euro und bei N24 auf -22,6 Mio. Euro belaufen. Der Umsatz sei um 5,8% auf 1,336 Mrd. Euro gesunken.


Im dritten Quartal habe sich das negative EBIT geringfügig auf 41,5 Mio. Euro verringert, der Umsatz sei um 40 Mio. Euro auf 351,1 Mio. Euro (-10,2%) gesunken. Auf Grund hoher fixer Kosten sei das EBIT um 86% auf 9,4 Mio. Euro gesunken. Das Ergebnis sei geprägt von Einmalbelastungen wie Finanzierungskosten aus der Begebung einer Anleihe, Aufwendungen aus der gescheiterten Fusion mit KirchMedia sowie Verlusten aus der Übertragung der Fußball-WM gewesen.

Vorstandschef Rohner erwarte ein schwieriges viertes Quartal. Für das Gesamtjahr werde mit einem Ergebniseinbruch gerechnet, an der Prognose eines Gewinns vor Steuern in zweistelliger Millionen-Höhe halte ProSiebenSat.1 aber fest. Die Prognose sei erst kürzlich gesenkt worden: statt mehr als 200 Mio. Euro stelle das Unternehmen nur noch ein EBITDA zwischen 140 und 160 Mio. Euro in Aussicht. Bei einem Rückgang des Fernsehwerbemarktes um 8% erwarte ProSieben einen Umsatzrückgang von 3 bis 4%. Für 2003 werde mit einem stagnierenden Umsatz gerechnet.

Das Unternehmen begegne der rückläufigen Einnahmenentwicklung mit einem Kostensenkungsprogramm, das nach Unternehmensangaben bereits greife. In 2003 sollten Kosteneinsparungen in zweistelliger Millionenhöhe erzielt werden. Im Oktober habe die Sender-Gruppe ihre Marktanteile in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen um 1,4%-Punkte auf 29,2% steigern können.

Damit habe der Abstand zum Konkurrenten RTL Group (-1,2%-Punkte auf 30,3%) verringert werden können. Marktanteilsentwicklung der einzelnen Sender: ProSieben +0,4%-Punkte auf 12,8%, Sat.1 +0,7%-Punkte auf 11,3%, Kabel 1 +0,2%-Punkte auf 5,1%. Hauptkonkurrenten seien Groupe AB, Canal+ (beide Frankreich) und RTL Group (Luxemburg).

Der anhaltend schwierige Werbemarkt habe bei ProSiebenSat.1 erwartungsgemäß zu schwachen Ergebnissen geführt. Der Ausblick für das vierte Quartal sei trübe. Eine Erholung auf dem krisengeschüttelten Werbemarkt werde auch für 2003 noch nicht erwartet. Die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen würden nach Unternehmensangaben erste Erfolge bringen. Dennoch sei zu erwarten, dass der Verlust trotz Impulsen aus dem Weihnachtsgeschäft voraussichtlich ausgeweitet würde.

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bleiben bei ihrer Marketperformer-Einschätzung für die Aktie von ProSiebenSat.1 Media.




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